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Trauerreden
„Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das
Bleiben."
Mascha Kaléko
„Die Trauer ist sowieso da…“ - Viktoria Meienburg schreibt und hält Trauerreden.
So fing es an: Eine Freundin von Viktoria Meienburg wollte den letzten Wunsch ihrer verstorbenen
Mutter erfüllen. Die Mutter wünschte sich bei ihrem Begräbnis Chansons von Edith Piaf und wollte
keine Trauerkleidung. Der Pfarrer lehnte diesen Wunsch rigoros ab. Viktorias Vorschlag war, etwas
vorzulesen. Dann fragte sie die Freundin, ob sie nicht gemeinsam eine Trauerrede für die Mutter
schreiben wollten. Sie haben dann gemeinsam, ohne den Pfarrer, die Trauerfeier gestaltet und so
den Wunsch der Mutter erfüllt.
Dem Lebensgefährten der Mutter hat diese Rede so gut gefallen, dass er hinterher sagte:
„Wenn ich mal tot bin, dann soll Viktoria auch meine Trauerfeier machen“. Als er ein paar Jahre darauf starb,
geschah es so.
In den Vorgesprächen ist es Viktoria sehr wichtig, auch die schönen Momente zu beleben, damit auch
das Heitere des Lebens Platz findet. „Die Trauer ist sowieso da", sagt sie. „Aber auch schwierige
Eigenschaften erwähne ich, formuliere sie so, dass es niemanden verletzt.“ Viktoria geht es darum rückblickend
ein realistisches Gesamtbild von dem Verstorbenen zu ermöglichen
In den Trauerreden ist es Viktoria sehr wichtig, auch die heiteren Momente eines Lebens zu
beleuchten. „Die Trauer ist sowieso da“, sagt sie. „Ich habe es schon häufiger erlebt, dass die Angehörigen, Nachbarn
und Freunde erstaunt waren durch die Trauerrede noch einiges Neues über den Verstorbenen erfahren zu haben.“
Die gemeinsamen Gespräche aus denen eine Trauerrede entsteht, können auch ein erster Schritt sein,
den Verlust zu verschmerzen und auch zu „verkraften“. „Verkraften“ kann hier im wahrsten Sinne des
Wortes bedeuten, irgendwann gestärkt und mit Kraft aus dem Verlust
herauszutreten.