STERBEBEGLEITUNG TRAUERREDEN LESUNGEN NEWS und FOTOS REFERENZEN
Sterbebegleitung
Als mein Freund Gerd wusste, dass er sterben würde, habe ich sehr geweint und ihm gesagt, dass ich
gar nicht damit umgehen könnte. „Macht nichts, macht nichts“, hat er gesagt, „ist ja auch mein erster
Tod“. Als er Morphium bekommen sollte, hat er das abgelehnt. „Der Tod ist mein letztes Abenteuer.
Das will ich bewusst erleben.“
Fünf Jahre hat Viktoria Meienburg als Sterbebegleiterin im Hospiz gearbeitet.
Sie hatte bei einer Lesung erlebt, wie eine alte Dame sich an ein Erlebnis ihrer Jugend erinnerte; sie
hatte in der Schule eine jüdische Freundin gehabt, mit ihr alle freie Zeit verbracht. Als das Gesetz
herauskam, dass Umgang mit Juden verboten war, hat sie nie wieder ein Wort mit dieser Freundin gewechselt. Das
kam ihr nun schmerz-
lich bei der Lesung zum Bewusstsein und sie brach zusammen. Nun konnte man gemeinsam über dieses
Erlebnis reden und das Erlebte befrieden.
Manchmal kann dieses Erinnern eine Unterstützung darstellen, verdrängte Erlebnisse und Erfahrungen
besser zu verarbeiten. Beim Vorlesen erwacht vor dem inneren Auge eine ganz eigene Welt, die viel mit
dem zu tun hat, was ein Mensch tief in sich trägt. Das brachte Viktoria zu dem Entschluss, Sterbenden vorzulesen. Dafür
machte sie eine Ausbildung als Sterbebegleiterin.
Wenn ein Tier stirbt
Und es ist ebenso so schmerzvoll wenn ein Tier stirbt. Man will es nicht gehen lassen. Der Abschied ist
zu endgültig. In dieser Situation ist der Trauernde oft so mit dem Schmerz beschäftigt und mit der Angst,
allein zurückzubleiben, dass er sich wünscht, dass ihm jemand beisteht. Mit Unterstützung ist der Tod
des geliebten Tieres leichter zu ertragen – im Prozess des Sterbens, beim Tod und ebenso danach.
Und vielleicht gibt es auch den Wunsch einer individuell gestalteten Feier für das verstorbene Tier.